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Betontechnologie

Stahlbeton ist einer der wichtigsten Baustoffe in der Bauwirtschaft. Über die ARGE Beton bietet die Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg gGmbH seit über 50 Jahren Qualifizierungslehrgänge zum Thema an. Dazu gehören sowohl 2-tägige Grundlehrgänge wie auch 4-wöchige Qualifizierungslehrgänge für Personen, die eigenverantwortlich Betonprüfungen durchführen, bzw. die werkseigene Produktionskontrolle leiten (E-Schein). Für Tätige in der Betoninstandsetzung werden theoretisch-praktische Lehrgänge angeboten (SIVV).

Die erweiterte betontechnologische Ausbildung ist in Deutschland eine berufliche Zusatzqualifikation, die sich vor allem an Poliere, Meister, Ingenieure und Techniker im Bauwesen, sowie an Baustoffprüfer richtet. Für die Arbeit in bestimmten beruflichen Stellungen (z. B. leitendes Personal von Transportbetonwerken und Betonprüfstellen) ist diese Zusatzausbildung eine Voraussetzung. Absolventen des Kurses erhalten den erforderlichen Nachweis über „erweiterte betontechnologische Kenntnisse“, oft kurz als E-Schein bezeichnet

Diese Ausbildung wird meist im Rahmen eines mehrwöchigen Lehrgangs in anerkannten Ausbildungszentren durchgeführt. Die gesamte Ausbildung wird durch den Ausbildungsbeirat Beton beim Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein e. V. in Berlin festgelegt. Sie erfordert neben einer theoretischen Ausbildung, deren Inhalte in den Bildungszentren oder Hochschullaboren vermittelt werden, auch einen Nachweis über praktische Erfahrung in der Betonherstellung und -verarbeitung, die z. B. im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit erworben werden muss. 

Die Kurse zum Erwerb der erweiterten betontechnologischen Kenntnisse behandeln die rechtlichen Grundlagen (Normen und Richtlinien), Anforderungen an Betonbauwerke, Betonzusammensetzungen und -herstellung, sowie die Beton- und Mörtelverarbeitung auf der Baustelle, die Prüfung und zusätzlichen Anforderungen bei besonderen Bauteilen oder Herstellverfahren (SchwerbetonSichtbeton usw.). Die Inhalte gehen damit über die normalerweise in Berufsausbildungen oder im Studium vermittelten Themenbereiche hinaus, bzw. vertiefen diese.

SIVV steht für Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen. Der Lehrgang wird an zertifizierten Schulungszentren in ganz Deutschland angeboten und dient der Qualitätssicherung von Betoninstandsetzungsmaßnahmen. Je ein verantwortlicher Arbeiter pro Baustelle (meist der Kolonnenführer oder Polier) muss einen SIVV-Schein nachweisen können.

Für die Instandsetzung von schadhaftem Beton dürfen von öffentlichen Auftraggebern nur Firmen beauftragt werden, die über geeignetes Fachpersonal verfügen. Als Nachweis einer besonders handwerklich geschulten Fachkraft dient der SIVV-Schein, der vom Ausbildungsbeirat "Schutz und Instandsetzung im Betonbau" beim Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein nach bestandener Prüfung E.V. ausgestellt wird.

Die Bildungszentren bieten neben der eigentlichen SIVV-Schulung auch einen zweitägigen Vorbereitungslehrgang für die Auffrischung der Betonkenntnisse und entsprechende Weiterbildungslehrgänge an. 

Inwieweit Sie an einem Vorbereitungslehrgang teilnehmen müssen, ist von Ihrer bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung abhängig. Die Prüfungsordnung macht hier klare Vorgaben.

Spätestens nach Ablauf von 3 Jahren ist eine zweitägige SIVV-Weiterbildung erforderlich. Auch hierbei ist als Abschluss eine kleine Prüfung abzulegen.

Der 10-tägige Lehrgang ist für alle Personen gedacht, die in der Herstellung, Verarbeitung und Prüfung von Beton eingesetzt werden sollen. Dem Leiter einer Prüfstelle, der eine erweiterte betontechnologische Ausbildung nachweisen muss, sollten für die praktische Durchführung der Betonprüfungen geeignete Fachkräfte im Labor und insbesondere auf der Baustelle zur Verfügung stehen. Der Lehrgang ist immer auf die aktuellen Normen für Zement, Gesteinskörnungen und Beton abgestimmt. Die Teilnehmer sollen:

  • Prüfungen nach Augenschein sowie Prüfungen nach DIN EN 12350, DIN EN 12390 (Frisch- und Festbeton) und DIN EN 12620 (Gesteinskörnungen) selbstständig und eigenverantwortlich unter der Aufsicht des Prüfstellenleiters durchführen können.
  • Die Ergebnisse der Prüfungen ordnungsgemäß aufzeichnen können.

Zur Einführung in die praktische Prüftätigkeit werden den Lehrgangsteilnehmern die erforderlichen allgemeinen Kenntnisse über die Arten und Eigenschaften der Ausgangsstoffe, des Frisch- und Festbetons sowie über die Einflüsse auf den Beton vermittelt.